Abschiedsrede des Bürgermeisters Georg Bruckner am 28.April 2014 im Stadtrat – nach 18jähriger Amtszeit

Lokalpolitik

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger!

Es ist an der Zeit, als Bürgermeister nochmals das Wort zu erheben und in dieser Funktion Abschied zu nehmen.
Gerne habe ich in diesem Amt für meine Heimatstadt gewirkt.
Ich habe dabei viel gelernt.
Sich selbst zurückzustellen, das Wohl der Allgemeinheit in den Vordergrund zu stellen, ist mir nie schwer gefallen.
Das Erreichte für die Stadt, war für mich, Freude und Belohnung zugleich.
Die Stadt Viechtach hat von meinem Engagement reichlich profitiert.
Ich übergebe heute ein gut geführtes Haus. Eine Stadt, die im Vergleich zu anderen Städten der Region hervorragend dasteht.

Nach 18 Jahre Tätigkeit könnte man viel aufzählen.
Die Liste ist lang.

Der Bierfeldparkplatz, die Spitzenberger Spange, die Realisierung von 12 Baugebieten oder der Blossersberger Kindergarten waren Projekte die schnell und leicht umzusetzen waren – weil sie auf dem Weg lagen und nur Mut, Durchsetzungs- ab auch Einfühlvermögen brauchten.

Anders hingegen Projekte wie die Deponie Fernsdorf.

Meine erste Begegnung mit der Regierung von Niederbayern.
Neu im Amt als junger Bürgermeister wurde eine neue Marschrichtung und ein neues Vorgehen festgelegt, welche nun in diesem Jahr 2014 ihren Abschluss findet.
Also nach 18 Jahren Projektzeit.
Ein Beispiel für die Laufzeit von Projekten denen man sich beständig zu widmen hat.
Ganz nebenbei, hat die Stadt Viechtach über 1 Mio. € eingespart.
Die beständige Arbeit an der Sicherung unserer Wasserversorgung, dem Ausbau der Abwasserversorgung oder die Pflege und Neuausstattung der Infrastruktur unserer Stadt sind Projekte, die nie enden werden.
Ein nie endendes Aufgabenfeld, welches sich jeder Bürgermeister zu widmen hat – welches nie abgeschlossen sein wird.

Clean factory ermöglicht zu haben und nicht nur als Initiator sondern auch Vater des Industriegebietes Reichsdorf Nord erfolgreich wirken zu dürfen, hat mich persönlich aber immer auch mit Stolz erfüllt.
Mit dem anstehenden Verkauf weiterer Flächen an die Firma REHAU
haben wir innerhalb eines Jahres 80 Prozent des riesigen Industriegebietes verkauft.
Der Verkauf von Industrieflächen an die Firma Spitzenberger & Spies  sichert uns einen wichtigen Betrieb für unsere Stadt.


Der intensive Ausbau der Infrastruktur, alle Maßnahmen zum Viechtacher Grüngürtel, die Dorferneuerungsmaßnahmen, der Umbau von Schulgebäuden, unzählige Maßnahmen zum Wohle der Kinder, Jugendlichen und Familien und vieles mehr.  
Projekte die umgesetzt – Pflöcke die gesetzt wurden.

Möge die Auflistung dieser und aller weiterer durchgeführter Maßnahmen zur Pflichtlektüre all derjenigen werden, die uns in Zukunft erzählen wollen, es sei in den 18 Jahren Amtszeit des Bürgermeisters nichts geschehen.

Zu Beginn meiner Amtszeit war mir sehr wohl bewusst, dass meine Heimatstadt vor einer enormen Umstrukturierung stehen muss, wenn sie entwicklungsfähig sein will.
Dies bedingt durch den anstehenden intensiven Wandel, aber auch durch die bevorstehenden Veränderungen in der Struktur vieler Familien, die unsere Heimatstadt prägten.

Da hilft kein schwelgen an „nie dagewesene glorreiche Zeiten“ oder Heimattümelei.
Will Viechtach die Zukunft bestehen, muss sie den „Takt der Zeit“ aufnehmen und kann nicht in Beschaulichkeit verwelken.

Dies hat mich dazu geführt alles zu tun um die Stadt Viechtach zu öffnen.
Zu öffnen, für neue Investoren, für neue Ideen, für eine neue Offenheit, um damit auch unserer Jugend und den Viechtacher Kreativen den Mut und die Kraft zur Verwirklichung zu geben,
ihnen den Weg zu öffnen.

Möge dies die Ungeduld einiger gefördert haben. Der Hinweis sei an dieser Stelle, mit Blick auf andere Kommunen gestattet – es hätte auch anders kommen können – zum Nachteil gegenüber der heutigen Entwicklung.  

Die Förderung der Kultur, des Marketings und der gesellschaftlichen Infrastruktur sind unverzichtbare Pflichtaufgaben die sich jeder Verantwortliche widmen muss, soll sich die Stadt Viechtach erfolgreich weiter entwickeln – auch in Bezug auf den viel zitierten demographischen Wandel.

Möge keiner der Verantwortlichen in diesem Hause glauben, er könne die gesellschaftliche, soziale oder kulturelle Infrastruktur in unserer Stadt durch Eigenengagement ersetzen.
Die Förderung der gesamten genannten Infrastruktur und seines Netzwerkes in unserer Stadt ist eine fundamentale Pflichtaufgabe, die keine Experimente oder Ruhepausen verträgt.

Deshalb hier mein Dank an all die Viechtacher Bürgerinnen und Bürger, die an unserer Stadt und seiner Infrastruktur arbeiten, sie gestalten und zum blühen bringen.
Herzlichen Dank für die vielen Begegnungen die ich mit ihnen als Bürgermeister erleben durfte.
Herzlichen Dank für die Zusammenarbeit.
Meinen herzlichen und aufrichtigen Dank für ihren Beweis des Vertrauens, 18 Jahre ihr Bürgermeister sein zu dürfen.

Mein Dank gilt auch den vielen Partner bei den Regierungen, den Architektur und Ing. Büros für die stetige kreative Zusammenarbeit.

Danke all den Bürgerinnen und Bürgern, die dem Bürgermeister immer die Tür geöffnet haben um sein Anliegen zu hören und wenn möglich ihn auch zu unterstützen.

Herzlichen Dank an die Vertreter der Medien, die ihre Verantwortung als Kommunikator und Berichterstatter zur Bevölkerung  ernstgenommen haben.
Stellvertretend hierfür – herzlichen Dank an das Wochenblatt vertreten durch Herrn Lothar Wandtner und der Kötztinger Zeitung, vertreten durch Frau Manuela Lang.

Mein aufrichtiger Dank gilt all den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unserer Stadtverwaltungen und deren Einrichtungen, die mich in beständiger Loyalität begleitet haben.
Wenn auch ein Betrieb mit über 100 Mitarbeitern ein sehr dynamische Gebilde ist so darf ich Euch alle bestätigen, dass es für mich zu jedem Zeitpunkt eine Freude und Ehre war, mit euch zusammen arbeiten zu dürfen.

Mein aufrichtiger Dank an die Mitglieder meiner SPD-Fraktion und deren Mitglieder. Eure Beständigkeit in der Begleitung hat mir überhaupt ermöglicht, das Amt auszuführen.
Jedes Wort und jede Tat war und ist mir wichtig – herzlichen Dank!

Meine letzten Worte seien dem Stadtrat von Viechtach gewidmet.
Herzlichen Dank an diejenigen, die im Sinne des Amtseides mit mir gewirkt, auch manchmal um den richtigen Weg gestritten haben.
Das offene und ehrliche Wort nicht gescheut – sich mit
mir aber hinterher, auch um die Erfolge gefreut und um die Niederlagen gegrämt haben.

Es ist eine Ehre diesem Gremium anzugehören – gleich in welcher Position.
Ich bitte alle zukünftigen Vertreter dieses Gremiums, an dieser Ehre zu arbeiten und ihr zum Glanze zu gereichen.

Den zukünftigen 21 Mitgliedern dieses Gremiums wünsche ich viel Freude und Erfolg bei der Bewältigung der anstehenden Aufgaben.

 
 

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