Offener Brief an den Landtagsabgeordneten Helmut Brunner

Veröffentlicht am 10.01.2014 in Allgemein

Sehr geehrter Herr Abgeordneter, lieber Helmut! Steht denn der Viechtacher CSU das Wasser schon bis zum Hals, dass Du Dich als „Wadlbeisser“ für diesen Verein hergeben musst? Nicht nur bei dem Jahresempfang dieses Vereins vernehme ich plötzlich Äußerungen von Dir, die unserer bisherigen guten und harmonischen Zusammenarbeit nicht gerecht werden. Vor einigen Wochen lästerst Du über die Bürgermeister der drei Städte und beklagst die Entwicklung der Städte Regen, Viechtach und Zwiesel. Visionen wünscht Du Dir und eine Außenstelle der Fachhochschule würdest Du gerne in den Städten sehe. Wo warst aber Du als Minister, als es darum ging, eine Außenstelle der Fachhochschule im Landkreis zu positionieren. Kein Wort und kein Engagement von Dir, dass die Städte gestärkt werden sollen. Die Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms, dass gerade solche Einrichtungen in den Städten angesiedelt werden sollen sind Dir und waren Deinen Kollegen in der Regierung anscheinend nicht bekannt. Für die Entwicklung der Städte und der Region sind nicht nur allein die Bürgermeister verantwortlich sondern auch deren Abgeordnete – somit auch DU!

Wenn ich mir unsere beiden Nachbarstädte ansehe, so kämpfen auch mein Bürgermeisterkollege aus Zwiesel und die Kollegin aus Regen, nach besten Kräften für ihre Stadt. Dafür werden sie, wie auch ich, bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Deinen Parteikumpanen in der Arbeit behindert, denunziert und mit übler Nachrede überhäuft. Dabei dürfen sie noch froh sein wenn nicht zu deren Nachteil am „Rädchen der Justiz“ gedreht wird. Wir, im Gegenteil freuten uns, dass man Dich wieder als Minister berufen hat. Nun aber erwarten wir auch, dass doch etwas von Deinem Glanz und den damit verbundenen Beziehungen auch auf unsere drei Landkreisstädte fällt. Seit über 40 Jahre wissen wir von den miserablen Verkehrszuständen der B11 und B85. Anstelle den Gesamtausbau der Planungen im Bundesbedarfsplan einzubringen, ist euch und Dir bisher nicht mehr eingefallen, als alljährlich eine bedauerliche Verkehrskonferenz abzuhalten. Wenn ich mir allein die Planungen und Zeitvorstellungen der Umsetzung im Bereich REHAU-Einfahrt B85 ansehe, dann wird hier wieder einmal die Unfähigkeit zur konstruktiven Zusammenarbeit dokumentiert. Anstelle der Pläne der Stadt Viechtach Gehör zu schenken, versteift man sich auf eine Planung, die schwer und nicht zeitnah umzusetzen ist, viele Nachteile bringt und die Existenzgefährdung der Grundstückbesitzer – übrigens praktizierende Landwirte – mit sich führt und den betroffenen Anliegern vermeidbare Ängste bereitet. Die von Dir und Deinen Kumpanen bei jeder Wahl versprochene Breitbandversorgung für den schnellen Internetverkehr gerät mehr und mehr zur Farce. Diejenigen Kommunen, wie auch die Stadt Viechtach, welche hier zur Selbstinitiative greifen, werden dafür mit bürokratischen Hürden überhäuft, um ihnen den Weg zum Erfolg zu erschweren. Nicht nur ich würde gerne von Dir Unterstützung bei der Ansiedlung von neuen Betrieben in unserer Region erhalten. Nachdem ich allein sämtliche entscheidenden Schritte zur Realisierung des Industriegebietes Reichsdorf Nord geführt habe, wäre es nun auch an der Zeit hier erkennbare Unterstützung von Dir zu erhalten. Leider hat sich der von Dir in Aussicht gestellte Zuschuss als Luftblase erwiesen. Seit Jahren kämpfen viele Gruppierungen in unserer Region für die Wiederaufnahme des Bahnbetriebes Gotteszell/Viechtach. Nachdem man sich bisher immer fein auf den Herrn Zeil und den Koalitionspartner FDP herausgeredet hat, ist es an der Zeit, dass Du und Deine Kollegen endlich einmal zeigen, wie viel euch die permanente Unterstützung der Wähler aus unserer Region wert ist. Diese Unterstützung wünschen sich nicht nur die drei Städte in unserem Landkreis, sondern viele Kommunen, damit sie ihre immer mehr werdenden Aufgaben bewältigen können. Da hilft ihnen auch kein romantisches „Schwelgen“, wie schön es vor 30 Jahren war. Wir hatten zu dieser Zeit eine Winterarbeitslosigkeit von über 30 Prozent, eine weitgehend ungesicherte Wasserversorgung, eine schlechte Verkehrsinfrastruktur und das soziale Grundgerüst einer Kommune war mehr als bescheiden. Heute hat sich viel gebessert und die Stadt Viechtach „steht gut da“, dank der Arbeit vieler, zu denen auch ich mich zählen darf. Einzig und allein dem CSU-Ortsverband ging es vor 30 Jahren besser. Nur in diesem Punkt verstehe ich Deine Romantik. Mit freundlichen Grüßen Dein Schorsch! Georg Bruckner Bürgermeister PS: Lieber Helmut erzähle bitte nicht mehr, dass eine Kommune wie ein Wirtschaftsbetrieb geführt werden muss – das ist doch wirklich Blödsinn und schadet Dir nur. Viechtach den 4. Januar 2014

 

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